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DER BREITE UND DER SCHMALE WEG




Mt 7,13-14


13 Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen.


14 Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!


Übers. F.E. Schlachter

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Der schmale und der breite Weg. Mt 7, 13-14.


"Ein Tapetenmaler wird einen gewissenhaften Künstler für sonderbar halten, weil sein eigenes Werk nur ein wenig Klecksen ist. Der breite Weg gefällt der Welt am besten, aber der schmale führt zum Leben." (Th.Manton)

Unser Autor meint, daß der Tapetenmaler ein großes Stück bemalt, im Vergleich mit dem Künstler, der ein Meisterwerk schafft. Von roher Kleckserei ist viel zu haben und ein großer Markt dafür; und doch, obwohl wirklich schöne Kunst selten ist, so ist sie unendlich viel köstlicher, als Klecksen.

Die Religion, welche keine Sorgfalt braucht, und sich keine Mühe nimmt, wird sehr in der Welt verlangt; sie wird Ackerweise erzeugt, und man kann sie überall auf die Oberfläche ausgebreitet sehen. Nicht so die Religion der Gnade; sie kostet manche Träne und sehr viel ängstliches Denken und ernste Herzensprüfung, und ist im besten Fall nur langsames Werk; aber dann ist sie von großem Wert, und ist nicht nur vor Gott angenehm, sondern sogar Menschen nehmen wahr, daß etwas daran ist, was die gewöhnlichen religiösen Kleckser nie erreichen.

Wenn wir das Boot mit dem Strom treiben lassen, und unsere Religion zufälligen Einflüssen überlassen ohne Sorge und Nachdenken, was können wir anderes erwarten, als Trägheit und Wertlosigkeit? Wenn wir Gott gefallen wollen, so müssen wir jeden Strich und jede Linie auf der Leinwand unseres Lebens bewachen, und dürfen nicht meinen, daß wir mit der Kelle die Farbe auflegen können und doch Erfolg haben. Wir sollten leben, wie Miniaturmaler arbeiten, denn sie wachen über jeden Zug und jede Schattierung.

O, mehr sorgfältige Arbeit, mehr Herzensarbeit! Sonst werden wir das verlieren, was wir erarbeitet haben.


Von C.H.Spurgeon
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"Die Pforte ist eng." Mt 7, 13.


Unbekehrte Leute stellen sich die Pforte gern noch viel enger vor, als sie wirklich ist, und halten den Weg noch für viel schmaler, als er wirklich ist. Es geht da wie im Natürlichen.


Gegenstände, die man von fern anschaut, erscheinen dem Auge viel kleiner als sie sind, und so kann es denn einem unbekehrten Menschen, besonders wenn er recht weit vom Reich Gottes entfernt ist, beim Blick auf die enge Pforte ganz unmöglich scheinen, durchzukommen. Sie ist, wie er meint, viel zu eng, als dass er es wagen könnte, nur hinzuzutreten und einen Versuch zu machen. Da hat er etwa seine sündliche Lust an dieser oder jener Sache; sein Herz weidet sich darin, treibt sich darin um, wälzt sich darin: ach, denkt er, wenn du dieses lassen müsstest, das würdest du nicht aushalten, da wäre dir deine Lebensfreude auf einmal genommen; nun, es ist noch Zeit, ich will erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben gleich nicht heut' die offenen Gnadenpforten schließen.


Wenn daher ein solcher Mensch von Buße, von Verleugnung etwas, oder ein dergleichen Wort hört, so schaudert ihm eigentlich die Haut; es wird ihm ein Geruch des Todes zum Tode; er sucht auszuweichen, so schnell und so weit er kann. Aber es ist nicht so, wie ihr meint; sie ist jedenfalls so weit, dass ihr hindurchkommen könnt, wenn es auch nur kriechend geschieht; der Weg ist nicht so schmal, wie ihr meint, - nein! er ist weit genug zum Leben. Tritt nur herzu, fange nur einmal an, besieh nur einmal die Pforte näher, o du wirst es gewiss bald ganz anders finden; das, was du jetzt meinst nicht lassen zu können, wird dir zum wahren Ekel werden; du wirst bald erfahren, wie selig es sich in den Wegen des HErrn geht.

Von L.Hofacker




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Gehet ein durch die enge Pforte. (Mt 7, 13)


Es ist zwar ein schmaler Weg, aber doch ein Weg, eine enge
Pforte, aber doch eine Pforte.

Laß dich aus dem rohen Haufen beiseite führen.

Die enge Pforte ist der Stand, da das wahre Christentum angetreten wird. Wer einmal angefangen hat, dem guten Geist Gehör zu geben, der lasse sich mit einem geringen Anfang nicht begnügen; er dringe in Jesum immer tiefer ein. Er wisse, die ganze Fülle Jesu steht ihm offen.

Ist es einmal dazu gediehen, so muß man immer auf solcher Spur bleiben und ja nicht davon abweichen oder ablassen, sondern Gottes Angesicht beständig suchen, in dem Licht Gottes wandeln und seine Gerechtigkeit preisen.


Von J.A.Bengel


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